Die Basler Tangoszene: Vom Anfänger zum Guru...

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Piazzolla und die Katzenmusik

Sonntag, 29. August 2010

Die Musik der meisten Tangoorchester habe ich auf meinem Rechner ganz pragmatisch in Ordner eingeteilt: Vals, Milonga, Tango, dazu noch Unterteilungen in instrumentale und gesungene Stücke. Aber es gibt Ausnahmen: Bei Astor Piazzolla heissen die Ordner anders: melodiös und hardcore. Der erste ist ziemlich klein, und die Lieder daraus spiele ich gelegentlich an meiner Milonga. Der zweite Ordner ist riesengross. Diese Lieder sind bei Milongas tabu. Weil sie zweifellos dafür gesorgt haben, dass sein Ruf bei Tänzern ziemlich beschädigt ist.

Ich weiss zwar nicht, wie Mathis seine Ordner benennt, aber heute im Tanzpalast spielte er eine Vierertanda von Piazzolla, die mir in den Ohren ziemlich weh getan hat. So bleibt Astor natürlich für viele ein Schmuddelkind.

Huh, und heute habe ich schon wieder mit einem Mann getanzt. War sozusagen mein persönlicher Beitrag gegen den Männerüberschuss...

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Coole Kreuze

Samstag, 28. August 2010

Mal wieder zur Passagen-Milonga (die letzte in diesem Sommer) in der Freien Strasse: Der Herbstwind zieht unbarmherzig und kühl über den Marmor, rassige Milongas haben daher Aufwärmcharakter. Natürlich weiss ich, dass es beim Tango keineswegs um die Quantität geht, aber heute schaffe ich es zum ersten Mal, direkt hintereinander drei Kreuze zu führen. Nach links, versteht sich. Auf die rechte Seite scheit mir das in der geschlossenen Umarmung nicht so richtig trivial zu sein. Hm, und meine Männergiros im Uhrzeigersinn muss ich auch mal wieder mehr üben.

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Komplimente als Frau

Freitag, 27. August 2010

Queermilonga im Cafetin de Buenos Aires in Zürich. Ein schmucker Raum, perfekter Parkettboden, angenehmer Musikmix. Allerdings eine laute Gruppe Argentinier um die Bar herum, denen Essen deutlich wichtiger als Tanzen zu sein schien. Übersichtliche Besucherzahl.

Und eben, queer. Meine Begleiterin wurde einmal von einer Frau aufgefordert, ich einmal von einem Mann. Das gleicht sich dann aus. Nur, der Mann fand nach einem Rollenwechsel, dass ich die Damenrolle weitaus besser beherrschen würde als das Führen. Was nur mal wieder beweist, dass man als Frau rascher zu Komplimenten kommt...

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Wenn Männer zu langsam sind

Mittwoch, 25. August 2010

Aushilfe in einem Kurs von Michelle und Joachim. Es geht um den Schrecken aller Männer: Sacadas. Dazu noch rückwärts. Nicht dass die besonders schwierig wären. Aber wenn man den eigenen Schritt setzt, dann ist die Frau meist schon weg. Weil die Frau zu schnell ist. Oder der Mann zu langsam. Der Trick? Nicht den Sacada blitzschnell ausführen, sondern die Schritte vorher verdoppeln. Für den Sacada hat man dann fast schon ewig Zeit.

Allerdings tanze ich die Dinger an einer Milonga eh fast nie rückwärts -- dazu brauche ich noch etwas zuviel Platz, zumal die Figur nicht so wirklich Milonguero-like ist. Ach ja, und genau einmal habe ich sogar eine vierte Sacada sauber geschafft. Bin ich jetzt schon Guru?

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Kommentar von Milonguero-like

Verdopplung des Schrittes ... Bravo! Das Resultat wollen wir dann bald bewundern können dürfen ... schöne Sacadas sind was feines, zum Guru fehlt dann nicht mehr viel.

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Harter Boden, müde Beine

Sonntag, 22. August 2010

Erneut ein schwüler Spätsommerabend, also auf zur Openair-Milonga am Petersplatz. So viele schöne Tänze, dass ich in meinen Beinen erst hinterher spüre, dass ich schon den dritten Abend in Folge auf Steinboden tanze. So langsam sehne ich mich nach doppelt gefedertem Parkett.

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Wasser am Rhein

Samstag, 21. August 2010

Kurzfristig angekündigte Outdoor-Milonga an der Mittleren Rheinbrücke: Wenig Leute, dafür viel Platz und viel Puder. Als das berüchtige Tangostück mit den vielen Mjaus drin gespielt wird, mjaue ich auch ein wenig rum. Und prompt kommt die Antwort: Ein Anwohner schüttet Wasser auf die Milonga runter. Erst gucken alle ein wenig geschockt nach oben, weil sie wohl denken, das sei eine neue Form des Anwohnerprotestes gegen laute Musik. Aber offenbar hat bloss jemand die Flüssigkeitsmenge für die Geranien überschätzt. Vielleicht war es auch nur ein Hinweis an den DJ...

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Dunkelheit im Garten

Freitag, 20. August 2010

Openair-Milonga im Freiburger Stadtgarten: Dreieckiges Dach über dreieckiger und harter gepuderter Tanzfläche, prall gefüllt mit Tänzern. Tanzfluss ziemlich zäh, Cabeceos wegen dunkler Sitzlandschaften extrem schwierig. Auch der noch nicht ganz volle Mond half da nur bedingt. Dennoch traumhafte Tänze. Und viele gefährliche Teelichter am Rande der Tanzfläche. Geklirrt hat es ein paarmal, aber abgestürzt ist niemand. Glaub ich.

DJ Dirk hat schön aufgelegt, bloss beim Stück Montserrat von Bajofondo musste ich mal wieder fest grübeln: Tango möchte ich darauf eh nicht tanzen, aber die Stelle, an der mehrmals vier Takte lang bloss Stille herrscht finde ich immer ganz spannend -- vor allem die Reaktionen der Tänzer darauf. Diesmal allerdings war leider nix, das Lied wurde einfach ausgeblendet. Sowas ist doch böse(tm). Milonga leider schon um 23 Uhr zu Ende.

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